Autonome Linke Magdeburg

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Mittwoch, 9. September 2010


     
    Antifa » 18. März: Tag der politischen Gefangenen
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    18. März: Tag der politischen Gefangenen
    18.03.2010 - 20:20 von alm


    Die Internationale Rote Hilfe (IRH) erklärte 1923 den 18.3. zum “Internationalen Tag der Hilfe für die politischen Gefangenen”.

    Seitdem 1996 Libertad! und andere Initiativen sowie die Rote Hilfe e.V.wieder einen Tag für die Freiheit der politischen Gefangenen und gegen Repression und staatliche Unterdrückung initiierten, finden jedes Jahr bundesweit vielfältige Aktionen, Veranstaltungen und Demonstrationen zum Thema statt.

    Der 18. März als Kampftag für die Freilassung aller politischen Gefangenen knüpft an die Tradition der ArbeiterInnenbewegung an.


    Auch in Magdeburg gab es heute (und in Vergangenhheit) Plakat- sowie Transpiaktionen. Unter anderem wurde ein Transparent an einer Fußgängerbrücke, welche über den "Magdeburger Ring" verläuft, aufgehangen.






    Solidarität mit allen politischen Gefangenen!




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    Antifa » OPFERMYTHEN ANGREIFEN! No Nazis - Dessau
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    OPFERMYTHEN ANGREIFEN! No Nazis - Dessau
    01.03.2010 - 19:25 von alm


    Anlässlich der Bombardierung der Stadt Dessau am 07. März 1945 planen die sogenannten „Freien Nationalisten Dessau und Anhalt-Bitterfeld“ am 13. März 2010 (Treffpunkt: Hbf. 12.00 Uhr) einen „Trauermarsch“ unter dem Motto „Gegen das Vergessen – 65. Jahrestag der Bombardierung Dessaus – Zum Gedenken der Opfer!“.
    Nach Magdeburg und Dresden soll Dessau-Roßlau als fester Termin im Kalender der Neonaziszene etabliert werden. Der Aufmarsch reiht sich in eine geschichtsrevisionistische extrem rechte Kampagne ein, in der die deutschen Verbrechen und die nationalsozialistischen Barbareien relativiert und deutsche Täter zu Opfer gemacht werden. Die notwendige Bombardierung Nazideutschlands wird von den Nazis mit dem industriellen Massenmord an JüdInnen, AntifaschistInnen, GewerkschafterInnen, Homosexuellen und Andersdenkenden gleichgesetzt. Jedoch war Dessau weder eine unschuldige Stadt, noch Opfer. Dessau war Gauhauptstadt, ab 1932 Sitz der ersten NSDAP-geführten Landesregierung, wichtigste Produktionsstätte für Zyklon B und bedeutender Rüstungsstandort.
    In den vergangenen Jahren war es nicht möglich den Aufmarsch in Dessau effektiv zu blockieren, zu stören oder bestenfalls zu verhindern. Gerade deswegen rufen wir euch auf, am 13. März 2010 nach Dessau-Roßlau zu kommen, um dem Naziaufmarsch effektiv, subversiv und kreativ entgegen zu treten.
    In diesem Sinne
    DEUTSCHE TÄTER_INNEN SIND KEINE OPFER!
    OPFERMYTHEN ANGREIFEN!

    !!!Aktionen und Infopunkte ab 11 Uhr in der Innenstadt!!!





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    Antifa » Belgrad: GenossInnen aus U-Haft entlassen
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    Belgrad: GenossInnen aus U-Haft entlassen
    01.03.2010 - 19:18 von alm



    Erfreuliches aus Belgrad: Die seit September 2009 in Untersuchungshaft gehaltenen GenossInnen sind gestern nach der Gerichtsverhandlung auf der U-Haft entlassen worden. Die Anklage des „internationalen Terrorismus“ wird aber weiterhin aufrecht gehalten, auch wenn aktuell Gerüchte kursieren, das die Anklage abgeschwächt werden soll. Im Gefängnis wurde unser Genosse Ivan Savic brutal gefoltert und gezwungen eine Erklärung zu unterschreiben, nach der es angeblich eine Verschwörung zu einem Mord gegeben






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    Antifa » Bericht zum 16.01.2010 in Magdeburg
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    Bericht zum 16.01.2010 in Magdeburg
    17.01.2010 - 15:58 von alm


    Bericht zum 16.01.2010 in Magdeburg



    Anlässlich der Bombardierung der Stadt Magdeburg, durch die Alliierten im zweiten Weltkrieg, rief die „Initiative gegen das Vergessen“ zum alljährlichen „Trauermarsch“ nach Magdeburg, um ihren Geschichtsrevisionismus zu verbreiten. Der Aufmarsch mit ca. 1000 Nazis konnte nicht verhindert werden.
    Unter dem Motto ¡No pasarán! fand eine Antifa Demonstration mit ca. 500 Teilnehmerinnen und Teilnehmern statt. Im Anschluss gab es dezentrale Aktionen.


    Antifa Demonstration



    Bereits am Hauptbahnhof gab es etliche Vorkontrollen. Die weit angereisten Antifas wurden teils durch Polizeigeleit zum Demosammelpunkt eskortiert. Die Auftaktkundgebung der Antifa Demonstration begann um 10.00 Uhr. Durch technische Probleme mit dem Lautsprecherwagen verzögerte sich der Start der Demonstration. Es wurden während der Auftaktkundgebung Stadtpläne und die EA-Nummerc verteilt. Redebeiträge wurden vorgelesen und aktuelle Infos zu den Aktivitäten rausgegeben. Die Antifa Demonstration, mit ca. 500 TeilnehmerInnen, bewegte sich dann in Richtung Innenstadt. Zeitweise lief die Demo im Wanderkessel, Grade im Bereich des Hauptbahnhofes, wo der Treffpunkt der Nazis war. Eine Polizeikette von Wagen, Polizisten und Hunden versperrte den Weg zu den Nazis. Nach einigen Sprechchören in Richtung der Nazis ging die Demo weiter. Auch an der nächsten Kreuzung wurde die Otto- von- Guericke- Straße durch Polizeifahrzeuge versperrt. Über diese Straße ging die Route der Nazis, ein durchkommen auf diese Straße mit der Demonstration war zu diesem Zeitpunkt aus unserer Sicht nicht möglich. Die Demonstration ging dann weiter bis zur Kreuzung Ernst Reuter Allee/Breiterweg und wurde dort aufgelöst.


    Dezentrale Aktionen



    Nach der Auflösung der Demonstration begannen die dezentralen Aktionen. Viele Antifas versuchten auf die Route der Nazis zu kommen. An der Ecke Leiterstrasse / Otto- von- Guericke- Strasse kam es zu der ersten Blockade. Diese wurde von der Polizei geräumt. In der Bahnhofstraße kam es ebenfalls zu einer Blockade. Die dort auf der Straße sitzenden Antifas wurden von der Polizei weg gezerrt. Ein Antifa wurde von einem Polizisten so lange gewürgt , das er Ohnmächtig wurde. Am Hasselbachplatz trafen sich viele Antifas um auf die Route der Nazis zu kommen. Eine Gruppe die sich in Richtung Otto- von- Guericke- Straße bewegte wurde von der Polizei Angegriffen. Zwei Personen wurden von einem Polizeiauto angefahren. Menschen die den Verletzten Personen helfen wollten wurden von der Polizei zusammengeschlagen.
    Als sich immer mehr Menschen am Hasselbachplatz sammelten, wurde nochmals versucht auf die Route der Nazis zu gelangen. Etwa 150 – 200 Antifas bewarfe die Polizei mit Flaschen, Steinen und Eisbrocken. Es wurde aber trotzdem nicht geschafft durch die Polizeiketten zu stoßen und auf die Naziroute zu kommen. Die Bullen prügelten die Antifas den Breitenweg lang hoch, weg vom Hasselbachplatz, mit die Nazis ungestört laufen konnten. Eine größere Gruppe Antifas lief dann auf die Hegelstraße und errichtete dort kleinere Barrikaden aus Mülltonnen und Zäunen, was die Polizei erstmal beschäftigte. Die Nazis liefen in der Zeit zum Innenministerium und dann nach Buckau, wo sie am Bahnhof ihre Abschlusskundgebung abhielten. Es gelang nur ein paar einzelnen kleinen Gruppen nach Buckau zu kommen, da die Polizei alle Wege nach Buckau von der Innenstadt aus absperrte. Um den Bahnhof Buckau brannten noch einige Müllcontainer, es gab aber keine weiteren Blockaden. Die Neonazis konnten ihre Route kompletten laufen und am Bahnhof Buckau ihre Abschlusskundgebung abhalten.


    Polizei



    Die Polizei hat an diesem Tag mit allen Mittel den Aufmarsch der Neonazis durchgeprügelt. Bereits am Hauptbahnhof, wo viele AntifaschistInnen ankamen, die zur Demonstration, oder anderen Aktivitäten wollten, begann die Repression. Es gab viele Vorkontrollen und die ankommenden Menschen wurden im Wanderkessel zum Vortreffpunkt eskortiert. Auch die Demonstration lief größtenteils in einem Wanderkessel in die Innenstadt. Die Polizei sperrte mit einem großem Aufgebot alle Wege in Richtung des Naziaufmarsches ab.
    Alle Blockadeversuche wurden von der Polizei brutal geräumt. Ein Antifa wurde von der Polizei Ohnmächtig gewürgt, zwei Antifas wurden von einem Polizeiauto angefahren und viele durch prügelnde Polizisten verletzt. Dieses Vorgehen der Polizei machte die Verhinderung des Naziaufmarsches unmöglich.


    Meile der Demokratie



    Die Meile der Demokratie konnte als Anlaufpunkt für dezentrale Aktionen genutzt werden. Wir würden sie allerdings nicht als Erfolg werten. Viele Menschen die über die Meile liefen, waren entweder zu dezentralen Aktionen unterwegs, oder wollten zu den Einkaufszentren die auf dem Breitenweg liegen. Die Meile war eher für ein gutes Gewissen da, denn es wurde nicht einmal von den Veranstaltern Versucht den Naziaufmarsch zu blockieren. Im Jahr 2009 Gab es eine symbolische Blockade, die den Naziaufmarsch zwar nicht abkürzte, aber wenigstens ein Anfang war den Naziaufmarsch zu blockieren und im Endeffekt zu verhindern.


    Ein paar Worte zum Schluss



    Die Neonazis werden auch im kommenden Jahr wieder versuchen ihren Aufmarsch durchzuführen. Nur ein gemeinsames, entschlossenes Vorgehen kann dazu führen, dass der Naziaufmarsch in den nächsten Jahren endgültig verhindert werden kann.
    Die steigende Teilnehmerzahl seitens der Nazis im Gegensatz zu den Vorjahren zeigt, dass Magdeburg auch in den nächsten Jahren zentraler Anlaufpunkt der Nazis bleiben wird und somit zur Warm-Up-Stadt der alljährlich wiederkehrenden Naziaufmärsche mutiert. So wird es auch im nächsten Jahr heißen: ¡No pasarán!

    Fotos der Nasen vom "Trauermarsch"

    Autonome Linke Magdeburg A.L.M.
    http://www.autonomer-widerstand.org



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    Autonome Linke Magdeburg » no pasaran - 16. Januar 2010 Naziaufmarsch verhindern
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    no pasaran - 16. Januar 2010 Naziaufmarsch verhindern
    12.10.2009 - 22:36 von alm


    Am 16. Januar 2010 jährt sich zum 65. mal die Bombardierung Magdeburgs, durch die Alliierten im zweiten Weltkrieg.
    Wie in den letzten Jahren rufen Neonazis zu einem "Trauermarsch" auf, um ihren Geschichtsrevisionismus zu verbreiten.
    Dem gilt es entgegenzutreten und den Aufmarsch zu verhindern.
    Der jährliche Aufmarsch im Januar stellt den Höhepunkt der lokalen Naziszene dar.
    Aber nicht nur die Faschisten betreiben Geschichtsrevisionismus, auch die offizielle deutsche Geschichtsaufarbeitung sieht zum Teil nicht anders aus als die der Neonazis.
    So gleichen die "Trauerreden" bei den Veranstaltungen der bürgerlichen Mitte und lokalen Stadtregierungen oft denen der extremen Rechten.
    Auch die bürgerliche Presse trägt dazu bei, dass rechte Gewalt verharmlost bzw. verschwiegen wird.
    Traurige Höhepunkte neonazistischer Gewalt in Magdeburg sind Ereignisse wie der Überfall auf die Elbterrassen 1992, wobei Torsten Lamprecht ermordet wurde. Durch verschiedene andere Übergriffe kamen Menschen wie Farid Boukhit (1994), Frank Böttcher (1997) und Rick Langenstein (16. August 2008) ums Leben. Desweiteren sind die Himmelfahrtskrawalle (12. Mai 1994) zu erwähnen, bei denen unter anderem eine Gruppe Schwarzafrikaner stundenlang durch die Innenstadt gejagt wurde.

    Bei den diesjährigen Kommunalwahlen schaffte es die NPD auch in Magdeburger Stadtrat, somit sitzt mit Matthias Gärthner einer der führenden neonazistischen Aktivisten im Magdeburger Stadtparlament.


    Wir werden am 16. Januar in Magdeburg eine kraftvolle und kämpferische Demo, sowie dezentrale Aktionen durchführen um den Nazi-Aufmarsch zu verhindern.

    Weitere Informationen folgen demnäßt!
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    Autonome Linke Magdeburg » 20. Todestag der Antifaschistin Conny
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    20. Todestag der Antifaschistin Conny
    06.10.2009 - 22:13 von alm


    Weder HeldInnen noch MärtyrerInnen
    Conny in Göttingen, Silvio in Berlin, Carlo in Genua, Dax in Mailand, Thomas in Dortmund, Carlos in Madrid, Rick L. in Magdeburg, Jan in Tschechien, Feodor in St. Petersburg, Alexis in Athen... Namen, die mit zahlreichen Erinnerungen und Gefühlen verbunden sind. Eine willkürliche Auswahl aus einer langen Liste. Doch eines haben sie alle gemeinsam: keine der genannten Personen in dieser Reihe ist Held oder Märtyrer. Stattdessen sind es militante, revolutionäre Aktivisten, die für ihr Engagement für eine befreite Gesellschaft sterben mussten - entweder durch die Hand der Faschisten oder die der staatlichen Armee für innere Auseinandersetzungen, der Polizei. Ihre Aktionen stachen nicht unbedingt hervor – sie bewegten sich durchaus in dem Rahmen, in dem sich die meisten Aktionen der außerparlamentarischen Linken bewegen.

    Conny war da keine Ausnahme. Am 17. November 1989 waren sie und andere AntifaschistInnen auf die Anwesenheit von Neonazis in Göttingen aufmerksam geworden und hatten sich gesammelt, um den Faschisten entgegen zu treten. Dabei wurden sie von Zivilpolizisten beobachtet und verfolgt, die Verstärkung anforderten. Als diese eingetroffen war, gingen die Mörder mit dem Funkspruch „Sollen wir sie jetzt platt machen?“ zum Angriff über. Die Antifas wurden direkt an der Weender Landstraße mit CS-Gas und Schlagstöcken attackiert – Conny wurde dabei in den Verkehr getrieben, von einem Auto erfasst und war sofort tot. Wer ihr helfen wollte wurde gewaltsam daran gehindert und mit Sprüchen wie „Ihr könnt euch gleich dazu legen“ eingeschüchtert.

    Jeder antifaschistisch engagierte Mensch hätte sich zu dieser Zeit an diesem Ort befinden können. In diesen Momenten sozialer Auseinandersetzungen zeigt der Staat den Kern unter der "modernen, friedlichen und demokratischen" Hülle - sei es geplant, durch Zufall oder konfrontiert mit wachsendem Widerstand. Wird der "gesellschaftliche Konsens" in Frage gestellt, verteidigt der Staat die Grundlage seiner Existenz. Zu diesen Grundlagen gehört die Unantastbarkeit der kapitalistischen Weltordnung sowie das Monopol zur Gewaltanwendung. Und beides ist er bereit, bis zum letzten zu verteidigen.

    In weiten Teilen der Gesellschaft herrscht dagegen die Vorstellung, dass die Ausübung von Gewalt nicht unmittelbarer Bestandteil unserer modernen staatlichen Institutionen ist. Lässt sich die Realität von Gewalt nicht leugnen, werden vielfältige Rechtfertigungen angeführt. Es wird behauptet, bei Gewalttaten durch Polizisten handele es sich um aus der Rolle fallende schwarze Schafe. Faschistische Morde werden als extremistische Einzeltaten gewertet. Oder schlimmer: zugunsten der Polizei wird oft angenommen, sie hätten gute Gründe haben müssen. Die Taten von Faschisten werden entpolitisiert und als Konflikt zwischen gleichermaßen „extremistischen“ Jugendgangs betrachtet. Diese Sichtweise mag für viele verlockend und naheliegend erscheinen, weil sie, und genau das ist ihr Fehler, das Wesen von Souveränität und Staatlichkeit in der bürgerlichen Gesellschaft verschleiert.

    Der Staat: gefährlich und gewalttätig
    Im Allgemeinen müssen Staaten der sogenannten Ersten Welt ihre Existenz nicht täglich mit brutaler Gewalt und Einschüchterungen durchsetzen. Die Geschichte hat mehr als einmal bewiesen, dass dieses Modell ziemlich ineffektiv und kurzlebig ist. Die hochindustrialisierte „Konsumgesellschaft“ hat den Rückgriff darauf, zumindest in den sogenannten „Industrieländern,“ immer überflüssiger gemacht. An seine Stelle ist die effektivere und langfristig stabilere Herrschaft durch Hegemonie und Konsens getreten. Ein komplexes Gewebe aus Wahlen, Mitbestimmungsrechten, Aufstiegsmöglichkeiten, sozialstaatlichen Mechanismen, Propaganda und Alltagskultur erzeugt einen sozialen Konsens aus dem ein Ausbrechen nicht notwendig erscheint. Wer dazu gehört und die Regeln befolgt kann sich sicher fühlen - zumindest in denjenigen Regionen der Welt, in denen das Kapital es sich leisten kann und von einer Gesellschaft dazu gezwungen wird.

    Auch wenn diese Erscheinungsform des Staates mit allen Mitteln der Kunst beschönt und beworben wird – sie bleibt eine Erscheinungsform, hinter welcher der Kern aus Gewalt und Macht bestehen bleibt. Nicht umsonst leistet sich der Staat einen extrem teuren und komplexen Sicherheits- und Überwachungsapparat. Genau dieser Apparat steht uns in jeder direkten Konfrontation gegenüber. Manchmal, weil die Legitimität und Autorität des Staates wirklich in Frage gestellt wird, wie es während des Aufstandes in Griechenland der Fall war. Manchmal aber auch nur, um ein Exempel zu statuieren, das die sozial und ökonomisch Marginalisierten zwingen soll, sich wieder lautlos in den Terror ihres Alltagslebens zu fügen – wie in den französischen Banlieues.

    Oft genug sind es zuletzt Teile des staatlichen Repressionsapparates, die aufgehetzt „über das Ziel hinausschießen“. So war der Mord an Alexis in Griechenland das Ergebnis einer umfassenden Medien- und Polizeikampagne gegen die griechischen AnarchistInnen – nicht weil es der Wille des Staates oder der herrschenden Klasse gewesen wäre, sondern weil ein übereifriger Polizist (seine Kollegen nannten ihn „Rambo“) sich die Schreckensszenarien, die in der Öffentlichkeit ausgebreitet wurden, zu Herzen nahm. Genau diese „Sollübererfüllung“ führte zu einem Aufruhr, der den griechischen Normalzustand in seinen Grundfesten erschütterte.
    Der Mord an Conny ist wahrscheinlich ähnlich zu beurteilen. Weder der deutsche Staat noch die Göttinger Polizei hatten einen zwingenden Grund Conny zu töten und ganz sicher haben sie von dem folgenden Konflikt nicht profitiert. Aber in einem Gesellschaftssystem, in dem das Schlagen, Verfolgen, Überwachen, Einsperren und Terrorisieren von Personen, die radikale politische Ziele verfolgen zur Normalität gehört, ist es da verwunderlich, dass früher oder später Personen ernsthaft verletzt oder getötet werden?

    Angriff ist die beste Verteidigung
    Wir kämpfen für eine radikale Änderung der Gesellschaft. Nicht mehr oder weniger als die Abschaffung dieser sozio-ökonomischen Ordnung basierend auf Staat, Kapital und Patriarchat ist das Ziel. Wir kämpfen für die klassen- und staatenlose Gesellschaft auf der einfachen und doch skandalösen Basis von „Jeder und jede nach seinen und ihren Fähigkeiten, jedem und jeder nach seinen und ihren Bedürfnissen!“.
    Es ist offensichtlich, dass Konflikte, Repression und Konsequenzen unvermeidbar sind, wenn Menschen versuchen, offensiv gegen die Staatsgewalt vorzugehen und mit seiner Wirklichkeit und seinen Regeln offen brechen. Um einen Gegner wie den Staat zu beseitigen, reichen Dialog und Verhandlung nicht aus.

    Die Rollen als Opfer, Geschlagene, Getötete, Eingesperrte, Verfolgte, Isolierte und Marginalisierte, in die uns die Gesellschaft drängt, lehnen wir jedoch bewusst ab. Appelle an das Unrechtsbewußtsein der anständigen Bürger werden die Situation nicht ändern. Unsere Sicherheit als individuelle Militante und unsere Stärke als eine revolutionäre Kraft kann und wird nur unsere kollektive Macht als Bewegung sein.
    Durch unsere Intervention in soziale Kämpfe und Klassenkämpfe erreichen wir neue Leute, radikalisieren die Kämpfe, knüpfen wertvolle Kontakte und entwickeln eine Solidaritätsgemeinschaft, an die wir uns in Zeiten von Repressionen wenden können. Die Erkämpfung, Verteidigung und der Aufbau von Freiräumen dient nicht nur dazu mehr Menschen zu erreichen, sondern ist Bedingung für gelebte antifaschistische Gegenkultur und schafft Rückzugsorte in schwierigen Zeiten. Unsere Aufgabe ist es eine revolutionäre Bewegung aufzubauen, zu vernetzen, zu schützen und eine politische Macht zu werden, um dem Staat zu zeigen, dass seine Handlungen nicht ohne Konsequenzen bleiben.
    Der deutsche Staat behandelt die radikale Linke wie er will, schlicht und einfach, weil er es sich leisten kann. Er kann uns in Massen einsperren, Hausdurchsuchungen durchführen und wahnwitzige Schauprozesse veranstalten, ohne dass es ihm schadet oder dass es Konsequenzen hat. Er behandelt unsere Demonstrationen wie Gefangenentransporte, untersagt Identitätsschutz, auf Angriffsabwehr steht Gefängnis und sogar in dem, was wir sagen oder schreiben werden wir kontrolliert und gemaßregelt. Selbst wenn eine Demonstration auch nur versucht aus den abgesperrten Parcours auszubrechen, in welche die Polizei unsere Routen verwandelt, werden wir geschlagen, mit Pfefferspray attackiert und eingesperrt.
    Unsere Aufgabe ist es, dieses Gewaltmonopol zu brechen um damit und dabei die viel größere strukturelle Gewalt in Frage zu stellen, die sich unter dem Deckmantel der parlamentarischen Demokratie verbirgt – damit meinen wir die Gewalt der Ausbeutung, die Morde durch sogenannte „Arbeitsunfälle“, die Qualen durch entfremdete und sinnlose Jobs, physische und psychische Folter mit der MigrantInnen, Gefangene und andere Marginalisierte konfrontiert werden, und vieles mehr. Der oberflächliche Frieden unserer Gesellschaft ist auf dem Leiden der scheinbar Überflüssigen gebaut und wird gestützt von der überwältigenden Unterdrückungsmaschinerie, die bereit steht, falls diese Überflüssigen doch einmal außer Kontrolle zu geraten wagen.

    Für das Ende der Gewalt!
    Klassengesellschaften kennen keinen Frieden. Sie sind per Definition in einem konstanten Kriegszustand. Zu unseren Waffen im Kampf gegen diesen permanenten Kriegszustand gehören Klassenbewusstsein, kollektive Organisation, Solidarität, Massenmilitanz und die unkontrollierbare Vielfalt unseres Widerstandes. Für uns ist die beste Würdigung der vom Staat Getöteten nicht Kerzen, Gedenken oder Märtyrertum, sondern unseren Beitrag zu leisten im alltäglichen Kampf gegen das System, das solche Tode nicht nur möglich, sondern unvermeidbar macht. Kämpft mit uns für eine Gesellschaft, in der die Herrschaft des Menschen über den Menschen abgeschafft ist. Kommt am 14.11.2009 nach Göttingen!

    Unser Gedenken … weiter kämpfen.
    Nie wieder Polizeiterror … nieder mit Staat und Kapital
    Für die soziale Revolution und die staatenlose und klassenlose Gesellschaft.

    Göttingen, im Oktober 2009.

    Link zur Mobiseite
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